Auf den ersten Blick verworren und verwirrend stellt sich eine Gesamtschau der Ergebnisse dar. Ich werde diese Übersicht in einzelne Bereiche und Themen zerlegt erläutern, ich hoffe, es entsteht ein etwas klareres Bild der Ergebnisse der Wahlen zum Dinkelsbühler Stadtrat.
Ich lasse die Wahlen der Bürgermeisterwahlen außer Acht, bei Interesse können sie später noch ergänzt werden.
Ich gehe zuerst auf die Sitzverteilung ein. Dabei ist zu beachten, dass sich die Größe des Dinkelsbühler Stadtrats änderte. 1946 waren 12 Sitze zu vergeben, momentan geht es um 24 Sitze. Für die graphische Umsetzung spielt die Gesamtgröße aber gar keine so große Rolle, es geht ja um das Verhältnis zwischen dein einzelnen Parteien.
Für 1946 ist es noch sehr übersichtlich, es treten die CSU und die SPD gegeneinader an, mehr Parteien (ich werde in Zukunft immer von Parteien schreiben, auch wenn Wählergruppen ebenfalls damit gemeint sein können) bewerben sich noch nicht.
Dies ändert sich bereits 1948. Es tritt neu die "Partei der Ausgewiesenen" auf, die keine längere Präsenz im Stadtrat erreicht, im Jahr 1948 aber zwei Sitze erringt. Zwischen den beiden konkurrierenden Parteinen, SPD und CSU sieht es demnach so aus:
Die nächste Kommunalwahl ist im Jahr 1952. Eine neue Kraft komt dazu, die längerfristig bis heute im Dinkelsbühler Stadtrat vertreten ist, die Freien Wähler. Noch sind die FW nur mit zwei Sitzen vertreten und es wird deutlich, dass die Kraft der CSU noch ungebrochen ist. 2 Sitze für die SPD, 2 für die FW, 12 für die CSU..
1956 wird dann aber deutlich, dass die Freien Wähler eine starke Position in Dinkelsbühl besetzen können. Mit 4 Sitzen schaffen sie mit der SPD, die ebenfalls 4 Sitze erreicht, Parität zur CSU.
8 Sitze gehen an die CSU, 4 an die Freien Wähler, 4 an die SPD.
1960 überholen die Freien Wähler die SPD. Mit 5 Sitzen erringen sie einen mehr als diese, die CSU hat keine eigene Mehrheit mehr im Stadtrat (7 von 16 Sitzen).
Die Wahl 1966 bringt hier keine Veränderunge, es bleibt bei 7 - 5 -4. Erst 1972 verändert sich das Bild. Die CSU gewinnt 9 Sitze, verbessert sich also um zwei Mandate. Die SPD kann ihre 4 Sitze behalten, die FW verliert zwei, so dass die CSU wieder eine Mehrheit der Sitze hat.
1978 gibt es eine langfristig bedeutende Veränderung. Mit der Wählergruppe Land tritt eine vierte Gruppierung auf, die das politische Geschehen in Dinkelsbühl bis in die Gegenwart gestaltet. Im ersten Wahlkampf der WG Land schließt sich diese mit den Freien Wählern zusammen. Aus dem Stand kommt diese Verbindung auf 9 Sitze, die SPD behält ihre vier, die CSU 11 vom jetzt 24 Sitze umfassenden Gremium. Wieder hat die CSU die Mehrheit verloren.
Bei der Wahl 1984 ergeben sich die gleichen Resultate, einzig die Listenverbindung zwischen FW und WG Land wird wieder aufgelöst. Die Wählergruppe Land bekommt 5 Stimmen, die FW 4. Die SPD bleibt bei ihren 4, die CSU bei den 11.
1990, der ersten Kommunalwahl nach dem Fall der Mauer, ändert sich die "Besetzung" der kommunalpolitischen Bühne abermals. Zum einen treten die Grünen das erstemal an, zum anderen gibt es kurzzeitig die Republikaner, die in Dinkelsbühl ein Mandat erringen, danach aber keine weitere Rolle spielen.
Die Grünen beginnen mit einem Sitz im Gremium, die Freien Wähler und die Wählergruppe Land "tauschen" die Ergebnisse.
1996 werden die Grünen stärker, sie haben jetzt zwei Mandete, die CSU verliert eines. Die FW und die WG Land erzielen Gleichstand, beide sind mit 5 Mandaten im neuen Stadtrat vertreten.
2002 kann die CSU drei zusätzliche Mandate erringen, mit 11 ist sie trotzdem noch knapp unter der Mehrheit. Die Grünen verlieren einen der zwei Sitze, die FW ebenfalls einen der 5.
Die CSU verliert im nächsten Stadtparlament wieder einen Sitz, die Grünen gewinnen einen dazu. Auch die SPD schafft es nach langer Zeit, die angestammten 4 Sitze um ein Mandat zu erweitern. Die Wählergruppe Land erreicht diesmal nur 3 Sitze, die FW 4.
2014 erringen die Grünen das erste Mal einen dritten Sitz im Stadtrat. Die CSU kommt auf 9 Sitze, die SPD kann den 5. Sitz verteidigen. Die Wählergruppe Land kommt auf drei Sitze, die FW auf 5.
Bei der letzten Kommunalwahl verliert die SPD zwei Sitze. Einer davon "geht" (das ist keine Wählerwanderung bzw. der Versuch eine solche zu beschreiben, nur Zahlenspiel) an die CSU, einer an die Grünen, die damit das erste Mal auch stärker als die SPD werden. FW und WG Land bleiben gleich.
Die Gesamtübersicht ist wieder eher verwirrend, auch durch die vielen Jahre und Gruppierungen, selbst wenn ich nur die 5 Hauptparteien bzw. Gruppierungen aufnehme...
Bei der Entwicklung von CSU und SPD allein werden allerdings Aussagen möglich, zumindest als Thesen:
Dies sind sehr grobe Thesen, eigentlich sollen sie mehr als Diskussionsanstoß dienen, nicht so sehr als wissenschaftliche Aussagen zu den Wahlergebnissen.
Weiteres folgt evtl. noch in den nächsten Tagen...